Alle: Drehmoment für Radmuttern / Radschrauben.

@Wachbär: Ich hätte jetzt auch nichts dagegen, wenn jemand die Schrauben mit solchen Mitteln behandeln würde...

Zum Drehmomentschlüssel: Ich habe auch einen vom Discounter, und den hatte ich auch noch Jahre lang mit 120Nm auf der Skala im Schrank liegen, was ja auch nicht so toll sein soll. Ich überprüfe ihn immer, in dem erst den gewünschten Wert einstelle, und dann die Nuss in den Schraubstock spanne, und mit einem Tchibo-Kofferwaagen-Griff 40cm vom Kopf entfernt ziehe bis es knackt. Dann muss auf der Kofferwaage ca. 27,5 kg zu sehen sein, damit ich 110Nm eingestellt habe.
Damit habe ich mein Bestes getan. Wenn mir jetzt jemand sagt ich habe mich verrechnet, dann :sry:
 
  1. Das in den Papieren angegebene Anzugsmoment ist üblicherweise für "trocken" berechnet. Wenn man dann Kopfauflage und Gewinde geölt damit anzieht hat man ungefähr 4 mal so fest angezogen wie man soll. Selbst wenn man nur das Gewinde ölt, ohne den Kopf zu berühren, ist es noch in etwa Faktor 2 drüber!
  2. Natürlich läuft der Kraftfluss, der die Schraube festhält, sowohl über die Kopfauflage an der Felge als auch über das Gewinde. Beides zusammen bildet den selbsthemmenden Keil, da kann man nicht sagen, dass nur eine von beiden Seiten die Schraube festhält.
  3. Der wirksame Radius der Kopfauflage ist zwar grösser als der Flankendurchmesser, aber der Unterschied ist relativ wenig, kann man angesichts der anderen Toleranzen vernachlässigen.
  4. Es reicht schon, eine Stahlfläche nur mit leicht öligen Fingern zu berühren, um den Reibwert von >0,3 auf irgendwas in der Grössenordnung 0,2 zu senken. Die Gefahr einer Verschleppung des Schmiermittels auf die Kopfauflage ist einfach "verdammt" hoch.
  5. Das kann an der Stelle ziemlich warm werden, wenn man mal etwas länger bremst. Sollte man dabei die zulässige obere Einsatztemperatur des Schmiermittels überschreiten, dann hat man richtig Sch*** im Gewinde.
 
....Das in den Papieren angegebene Anzugsmoment ist üblicherweise für "trocken" berechnet. Wenn man dann Kopfauflage und Gewinde geölt damit ...
Es waren Wagen (Almera und Note), die Muttern hatten und die Bolzen am Fahrzeug. Wenn da ein Tropfen WD40 aufs Gewinde gemacht wurde, haben die Kopfauflagen und die Muttern garantiert nichts abbekommen... da hab ich schon drauf geachtet...
aber egal, muss jeder selber wissen und jetzt, wo ich wechseln lasse, ist es mir auch egal...
(Und "trocken" heißt m. E. nicht "verrostet"... :quest:)
 
"Trocken" heisst "nicht geölt" und "nicht gefettet". Sauber muss es immer sein, egal ob trocken, geölt oder gefettet. Jeder Dreck, egal ob er sich "Rost" nennt oder "Krümel" oder sonstwie, führt zu vermehrter Setzung; dadurch geht Vorspannung verloren und das Risiko des Lösens nimmt zu. Die übliche Lösung für sauber nennt sich in dem Fall "Drahtbürste".
 
Wenn das so ein "no go" ist - warum empfiehlt das jemand, der so ca. 30 Jahre Erfahrung mit Radwechseln hat(te)...
Wenn man mal im Internet sucht, halten sich die Meinungen zu dem Thema so ziemlich die Waage... ;)
Wie auch immer, mir und meiner Familie hat es in 10 Jahren - oder auch mehr - jedenfalls nicht geschadet - und den Autos/Rädern/Bolzen/Schrauben auch nicht...
 
Wenn ich die Diskusion so lese geb ich mal meinen Senf nochmals dazu , mache nun schon mind. seit 20 Jahren am privaten wie an geschäftlichen Fahrzeugen beim Räderwechsel Öl an die Gewinde ob nun Muttern (hier dann an die Stehbolzen) oder Bolzen zum einen mal wegen ev. Rostansatz und zum andern weil beim Lösen dies besser geht ob nun leichter oder nicht will mal dahingestellt sein .
Als kleines Bsp. berichte ich hier mal vom Wechsel am LKW wo laut MB kein Öl ran sollen darf und nach dem zweiten mal Lösen der Muttern gleich 2 Bolzen an einem Rad brachen und seit hier wieder Öl dran kommt hab ich hier weitestgehend ruhe .;)

Also Udo2009 machen wir weiter so wie gehabt und schonen weiterhin unsere Radbolzen bzw. Muttern .
 
Tante :google: hat mal die relevante Textpassage übersetzt:

Reinigung: - die Auflagefläche der Nabe des Rades, und
- Die Radschrauben und Radmuttern.
Anreise: - den Zustand der Schraubenlöcher (Verformungen, Risse, Brombeeren ...)
- Der Zustand der Radschrauben (Verformungen, Brombeeren, Gewinde ...)
- Der Zustand der Radmuttern (Verformungen, Risse, Grate, Thread ...).
Löschen: - Rost und Farbresten mit einer Drahtbürste ggf.
- Keine Grate auf dem Metall.
Öle - das Gewinde der Radschrauben und Radmuttern mit einem kleinen Öl, sowie die Kontaktfläche des flachen Muttern und Schrauben mit Bund
- Niemals die Kontaktfläche der konischen Muttern, Federringe und Muttern vom Typ M

Kein Fett gebrauchen nur ein wenig Öl


So weit so gut, aber was haben Brombeeren mit Muttern und Rädern zu tun? :Muahaha:
 
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