Wollte jetzt auch einen Zwischenbericht geben. Die kleine initiale Schadstelle, die wir bei der Übergabe schon bemerkten, hat sich evtl. ganz minimal vergrößert. Da bin ich mir allerdings nicht sicher, da wir sie nicht sofort am Tag 1 fotografiert hatten. Das ist allerdings zum Glück unerheblich, da sie noch am selben Tag vom Autohaus in Augenschein genommen wurde, und der aktuelle Stand dann 5 Tage später dokumentiert und dem Autohaus übergeben wurde.
Ich hatte davor ein langes Telefonat mit unserem Verkäufer und einige Punkte möchte ich gerne hier teilen, denn vor allem der letzte Punkt 6) könnte auch für alle anderen Betroffenen hilfreich sein. Es ist natürlich immer schwer, Aussagen einzuordnen und dieser Händler ist für uns ja "neu" gewesen. Es ist allerdings ein größeres, lokal seit sehr langer Zeit etabliertes Haus mit sehr gutem Ruf. Und ich hatte den Eindruck, dass mir gut zugehört wurde, insofern habe ich momentan keinerlei Grund, an den Aussagen zu zweifeln... Ich gebe das also einfach mal so wieder, wie es mir gesagt wurde.
1) Der Mitarbeiter bestätigte mir umgehend, dass dieser Fehler gut bekannt sei. Er beträfe eine "sehr kleine Anzahl" an Autos/Displays, die große Mehrzahl wäre dauerhaft in Ordnung. Die schadhaften Displays wären immer problemlos auf Garantie getauscht worden, und das gelte auch für unseres. Ich werde es aber jetzt erstmal noch eine kurze Zeit beobachten, ob und wie schnell es sich ausbreitet.
2) Ursache wäre nach seiner Auskunft eine schlecht verarbeitete Klebeschicht im Innern des Displays und die Diagnose davon wäre eindeutig.
3) Die These, dass der Schaden durch Hautfett ausgelöst wird, das irgendwie durch die feste Spiegeloberfläche hindurchdiffundiert und dahinter einen Schadensprozeß auslöst, ohne die Spiegelschicht selbst dabei zu zerstören, verwarf er. Der Schaden würde nach ihrer Erfahrung durch Hitze und mechanische Beanspruchung/Vibration erzeugt. Unseren Initialschaden erklärt er sich mit der extremen Hitze diesen Sommer, als das Auto bei ihnen im Hof stand.
4) Da er das Hautfett als Ursache abwegig findet, dementierte er auch die These, man könne den Schaden durch eine Schutzfolie verhindern. Der Schaden würde bei "fertigungsbedingter fehlerhafter Klebehaftung innen" entstehen, und ob da "außen etwas klebt" hätte darauf keinen Einfluß.
5) Wenn ich gerne eine Schutzfolie haben wollte, könnte ich mir gerne eine aufkleben, aber ich brauche/soll nicht die "eigene" Folie von Nissan nehmen. Es gäbe im Internet zahlreiche Folien "mit exakt der gleichen Qualität aber zum halben Preis". Meine Befürchtung, deren Klebstoff könne bei uns später zu Garantie-Problemen führen, verwarf er kategorisch. Die Folie "hätte nichts mit dem Schaden im Innern des Displays zu tun" und man könne es damit weder herbeiführen noch verhindern.
Soweit die Auskunft vom Autohaus. Der letzte Punkt ist aber jetzt vielleicht wichtig:
6) Der Mitarbeiter erklärte, es wäre in jüngerer Zeit gelegentlich "Schindluder" mit diesem Fehler gemacht worden und Nissan hätte angeblich bemerkt, dass mehrfach Displays getauscht wurden, die gar nicht diesen Fehler hatten - indem Fotos "anderer Autos" als Beweis eingereicht wurden (somit Garantiebetrug mit Hilfe einiger Werkstätten). Daher verlange Nissan nun generell einen zusätzlichen Beleg, dass das zu tauschende Display auch tatsächlich diesen Schaden hat und zum selben Auftrag gehört. Daher wird nun der Garantieantrag vom Autohaus schriftlich aufgesetzt und wir müssten dann einmal kurz mit dem Auto in die Werkstatt fahren. Dort wird dann als Beleg ein Foto vom Garantieantrag mit sichtbarer Fallnummer direkt neben dem schadhaften Display in einem Bild gemacht. Damit garantiert die Werkstatt, genau dieses Display auch zu tauschen.
Klingt etwas seltsam, naheliegender wäre es ja, wenn die Werkstatt einfach das defekte alte Display an Nissan zurücksendet, aber so weit scheint das generelle Misstrauen dann auch nicht zu gehen... Wie auch immer, das könnte der Punkt sein, der hier auch schon angesprochen wurde, dass das Autohaus gegenüber Nissan den Schaden "gut dokumentieren" müsse.
Wer also keinen Erfolg hatte, weil Nissan den Antrag (angeblich) ablehnte, könnte das ja nochmal vorbringen und auf einen neuen Antrag mit einem solchen "Beweisfoto" bestehen.