Qashqai J10: Winterreifenpflicht

Tja, du gehst davon aus, dass Winterreifen im Winter (pauschal) besser sind. Und ebenso gehst du davon aus, dass die "Quersteller" Sommerreifen drauf haben. Vielleicht haben die ja auch alte oder schlechte Winterreifen drauf?!

1. Ist das bei wärmeren Temperaturen eindeutig nicht gegeben, dass Winterreifen besser sind und wie viele schwere Unfälle passieren dann mit den (eventuell älteren) Winterreifen?
Die Nachteile könnten hier sogar überwiegen!!

2. Du schreibst selber, dass es eigentlich um Verkehrsbehinderung geht. Aber wo sind die Statistiken über die vielen schweren Verkehrsunfälle wegen Sommerreifen im Winter? Ich bezweifele, dass es die gibt. Andere Ursachen sind viel entscheidender - aber darüber redet bei dieser Diskussion keiner.

3. Warum werden diese Baumarkt-Billig-China-Reifen oder runderneuerter Billigmist für 30,- Euro nicht verboten, die trotz "Winterreifen" schlechter sind im Winter als Marken-Sommerreifen?

Es ist eine nicht ausgekochte Suppe und Geldmacherei.

Wer was für die Sicherheit machen möchte, sollte zuerst an anderen Stellen angreifen:
- Verbindliche Mindeststandards für Reifenqualität (ein "Mangelhaft" bei Tests darf es nicht geben!)
- "Verfallsdaten" für Reifen. Alles was älter ist als 6 Jahre muss aus dem Verkehr gezogen werden.

Ich bin mir auch ohne Statistik sehr sicher, dass man damit mehr Sicherheit erreichen würde!

Und wenn das ausgeschöpft ist, kann man von mir aus auch mal darüber reden, bestimmte Reifensorten vorzuschreiben - zu bestimmten Zeiten und in bestimmten Regionen - ähnlich der Schneeketten- und Winterreifenpflicht auf den Pässen! Aber nicht so, wie es mal hier im Gespräch war oder vielleicht auch noch ist (Monate von ... bis ...).
Im Verborgenen scheint es ja doch einiges an Diskussionen zu geben, deswegen haben wir ja auch noch kein Gesetz.

Du schreibst selber, dass es in vielen Regionen nur wenige Tage im Jahr sind, wo die Reifen wirklich nötig wären (Schnee, Eis), aber die Vorschrift gilt voraussichtlich für ein halbes Jahr.
Und du nimmst vielen (der Mehrheit?) der Autofahrer mit einem "Pauschalgesetz" die Möglichkeit, selber zu entscheiden, den Wagen bei dem Wetter einfach stehen zu lassen und ansonsten mit Reifen ihrer Wahl zu fahren.

Ich bleibe dabei, wir werden hier unter dem Deckmantel der Sicherheit Meinungsmaniuliert!!!
Hier geht es um sehr viel Geld und dabei sollte man eigentlich immer hellhörig werden.

Gruß,
Martin
 
Klar, dass man überlegt, ob die Investition von einigen hundert Euro in einen Satz Winterräder wirklich sein muss.

Aber->
Sommer-Gummimischungen verhärten bereits bei niedrigen Plus-Graden (<7°), womit sich die Haftung auf der Straße spürbar reduzieren kann. Winter-Reifen bleiben weich und verfügen zudem über ein spezielles Lamellen-Profil, das auf Schnee und Eis und kalten Strasse besonders gut greift, das heißt besser bremst - also bei Witterungsbedingungen, die überall in Deutschland und auch durchaus schon um den Gefrierpunkt herum anzutreffen sind. Der Winterreifen bewährt sich nicht nur bei Schnee, sondern ist auch bei allen Witterungsverhältnissen im Winter: bei Niesel- oder starkem Regen, bei Feuchtigkeit oder trockener Kälte bei sehr niedrigen Temperaturen. Das ist eindeutig von Forschung und Wissenschaft erwiesen!
warum winterreifen
:wink_:
 
Vielleicht kurz ein paar Sätze zu bestehenden Winterreifenpflicht in Österreich:

Wie vielleicht ohnehin bekannt ist gilt diese von 1.11. bis 31.3.
Sie besagt so sinngemäß, dass man in dieser Zeit Winterreifen montiert haben muss, wenn winterliche Fahrbedinungen herrschen. Bei +10° kann man ohne Probleme weiter mit den Sommerreifen fahren.

Das bedeutet, dass man ohne weiteres mit Sommerreifen durch den Winter fahren kann - wenns schneit muss man dann halt sein Auto stehen lassen.

Kritisch wirds vermutlich, wenn es bei trockener Fahrbahn, allerdings bei -10°, zu einem Unfall kommen würde. Dann wird die Versicherung uU. argumentieren, dass der Bremsweg mit Winterausrüstung um so und so viel Meter kürzer gewesen wäre.

Ich hab meine Winterreifen bereits montiert. :cheesy:
 
Und du nimmst vielen (der Mehrheit?) der Autofahrer mit einem "Pauschalgesetz" die Möglichkeit, selber zu entscheiden, den Wagen bei dem Wetter einfach stehen zu lassen und ansonsten mit Reifen ihrer Wahl zu fahren.

Mit dem "selber entscheiden" ist das ja so eine Sache in D.
Viele Entscheidungen darf ich nicht selbst treffen (Krankenvers.,Rentenvers. usw.) Ich darf auch nicht entscheiden, wie schnell ich fahren möchte. Und selbst hier im Norden,wo wir erst letztes Jahr mal wieder richtig Schnee hatten, waren viele auf ihren Sommerpuschen unterwegs,weil sie für sich die falsche Entscheidung trafen. Es wird schon gehen, sollen sie doch die Strassen vernünftig räumen.Und das Auto stehen lassen und mit Bus und Bahn loszufahren ist keine Alternative, denn auf den Bussen sind auf Grund der fehlenden Pflicht ebenfalls keine Winterreifen vorhanden. Sollten die Verkehrsbetriebe auch die Entscheidung treffen bei Schnee und Eis die Fahrzeuge stehen zu lassen?
Nein, mit der Argumentation der Entscheidungsfreiheit kann man hier nicht punkten.
Auf Grund eben dieser Unvernunft ist leider eine Regelung notwendig.
Jeder,der den Verkehr behindert auf Grund falscher Bereifung oder Ängstlichkeit (weil er weiß, das seine Sommerreifen nicht so toll sind) stiehlt der Allgemeinheit Zeit, Geld und Toleranz.Schließlich bezahle ich meinen Stau-Treibstoff und nicht der Verursacher.

Viele Grüße Mainy
 
Und du nimmst vielen (der Mehrheit?) der Autofahrer mit einem "Pauschalgesetz" die Möglichkeit, selber zu entscheiden, den Wagen bei dem Wetter einfach stehen zu lassen und ansonsten mit Reifen ihrer Wahl zu fahren.

Sorry, aber mir ist es unverständlich, wie hier eine "Anti-Winterreifendiskussion" geführt wird.
Aber damit beantwortet sich wohl auch die Frage für eine Winterreifenpflicht.
Da manche Autofahrer meinen für sich die "richtige" Entscheidung zu treffen, doch objektiv daneben liegen, muß eben der Gesetzgeber das regeln.
Ich meine, Polar hat doch genug Gründe angeführt.
Abgesehen davon haben wir hier sicher auch einige junge Autofahrer, denen man pädagogisch vorangehen sollte.

Gruß, hunterb52
 
Viel Lärm um Nichts.

Bis dato stand in der StVO, dass man ein für die Witterung geeignete Ausrüstung und Bereifung mitführen muss.

Ein Gericht hat jetzt gesagt, dass diese Formulierung nicht ausreicht, um jemandem, der bei Eis, Schnee oder Kälte mit Sommerreifen durch die Gegend fährt, einen Strafzettel zu verpassen. Dazu ist die Formulierung zu vage.

Damat hat das Gericht IMHO vollkommen recht gehabt. Nun muss also entweder nachgebessert werden oder der Absatz ganz gestrichen werden.

Bis dato ist angekündigt, das sowohl die Ansage >geeignete Bereifung< als auch was >Witterung< ist, präziser gefasst werden sollen, bzw. müssen.

Gut möglich, dass reingeschrieben wird, das die Schneeflocke drauf sein muss, damit es für Eis, Schnee und Kälte als geeignet anzusehen ist. Das ist ein sehr niedrige Hürde, weil die Festlegung der Schneeflocke sich auf einen ominöse "Referenzreifen" bezieht und noch lange nicht sicherstellt, dass man eine befriedigenden Winterreifen vor sich hat. Aber die Schneeflocke ist besser als nichts. M+S ist gar nichts,weil der sich nur auf den Negativanteil des Profils bezieht, und der sagt bei modernen Winterreifenentwicklungen nichts mehr über die Wintertauglichkeit aus.

Wie nun eigentlich die Witterung beschrieben werden soll, scheint noch vollkommen offen zu sein. Ist ja auch nicht trivial, da was festzulegen. Wohl deswegen können sie den ursprünglichen Zeitplan für die Überarbeitung auch nicht einhalten.

Dass es legal bleiben wird, ein Auto mit Sommerreifen im Winter in der Garage stehen zu haben, dürfte ja unumstrittensein. Ich kenne auch keine verlässliche Quelle, die sagt, es würde eine Festlegung NUR über das Datum kommen. Solange wir also nicht wissen, wie die Formulierung aussehen soll, ist alle Diskussion reines Herumraten im Nebel.

Dagegen, nachvollziehbare und überprüfbare Kriterien festzulegen, wann was drauf muss, anstatt einer Gesetzgebung, die Willkür und Ungleichbehandlung Tür und Tor weit öffnet, ist ja wohl nichts einzuwenden. Sich über Kriterien aufzuregen, noch bevor sie formuliert worden sind, ist sehr unproduktiv.
 
Winterreifen in Bayern erscheinen mir auch unumgänglich - egal ob Einwohner oder Durchreisender. Bei uns schneit es allerdings nicht 30x sondern im Durchschnitt 3x pro Winter - also liegenbleibend. Und selbst diese Pracht ist in aller Regel nach wenigen Stunden wieder vorbei - sehr zum Leidwesen der hiesigen Kinder!

Den letzten Winter möchte ich dabei einmal ausklammern. Wir hatten tatsächlich einmal eine geschlossene Schneedecke von gut und gerne 5 cm - und das mehrere Stunden lang :shok:. Der Stadt war schlicht das Streusalz ausgegangen -> Wirtschaftskrise! Was die Klimaerwärmung uns künftig noch so an Extremwintern bringt, vermag ich allerdings auch nicht zu sagen.

Während meines gestrigen Zwangsaufenthalts im örtlichen Bahnhofsbuchhandel bot sich mir die Gelegenheit den Testbericht "Winterreifen für Allradler" der aktuellen AutoBild allrad durchzublättern. Ich habe daraus mitgenommen, dass ein Sommerreifen einem guten Winterreifen bei Schneeverhältnissen hoffnungslos unterlegen ist. Allerdings habe ich auch mitgenommen,dass (ich zitiere): "Generell gilt: Auf trockener und nasser Fahrbahn sind Sommerreifen einem Winterreifen fast immer überlegen, auch bei Kälte".

Deutlicher Testsieger der Dimension 215/65 R16 war übrigens der Dunlop SP Winter Sport 3D (135 €) vor Continental CrossContact Winter (140 €) und Pirelli W 210 Sottozero (130 €).

Gruß
Michael
 
... AutoBild ... dass (ich zitiere): "Generell gilt: Auf trockener und nasser Fahrbahn sind Sommerreifen einem Winterreifen fast immer überlegen, auch bei Kälte". ...
Autobild :fool:

Messwerte aus der Literatur,
Bremsweg 100km/h zum Stillstand:
Trocken bei 20°C - Sommerreifen: 41,0 m
Trocken bei 20°C - Winterreifen: 46,0 m
Trocken bei 5°C - Sommerreifen: 39,5 m
Trocken bei 5°C - Winterreifen: 41,5 m
Bremsweg 90km/h auf 20km/h
Nass bei 20°C - Sommerreifen: 65,3 m
Nass bei 20°C - Winterreifen: 67,0 m
Nass bei 5°C - Sommerreifen: 70,5 m
Nass bei 5°C - Winterreifen: 65,8 m
Bremsweg 50km/ zum Stillstand
Schnee bei < 0°C - Sommerreifen 43,0 m
Schnee bei < 0°C - Winterreifen 35,0 m

Zusammengefasst:
Winterreifen ist bei Kälte

  • trocken 2 m schlechter
  • nass 4,7 m besser
  • Schnee 8 m besser
Nass bei +5°C ist nun wirklich in ganz Deutschland ein ganz normaler Winter.

1947 bis 2008, jeweils in °C
tiefstes Monatsmittel / Monatsmittel über alle Jahre/ höchstes Monatsmittel

  • Januar -9,82 / -2,49 / +2,92
  • Februar -12,97 / -1,73 / + 3,56
  • März -4,22 / +1,91 / +5,36
  • April +3,08 /+6,26 / +12,34
  • Mai +7,48 / +11,10 / +14,56
  • Juni +11,37 / + 14,30 / +18,51
  • Juli +12,61 / +16,06 / +22,74
  • August +12,58 / +15,57 / +20,06
  • September +8,65 / +11,96 / +17,08
  • Oktober +3,43 / +7,26 / +11,28
  • November -1,84 / +2,16 / +5,80
  • Dezember -7,09 / -1,10 / -2,71
Die jährliche Duchschnittstemperatur unterscheidet sich in Deutschland von Wohnort zu Wohnort, Extrema wie Zugspitze und Helgoland mal ausgenommen, selten um mehr als ein Grad. Beispiele

  • Hamburg 9,0°C,
  • München 8,3°C
  • Frankfurt 9,3°C
  • Berlin 9,1°C
Also bitte auch keine Ausreden von wegen "hier ist's aber wärmer" :exc:
 
Messwerte aus der Literatur
Verrätst Du uns Art und Erscheinen Deiner Quelle - ich hab's auch getan ?

Die jährliche Duchschnittstemperatur unterscheidet sich in Deutschland ... selten um mehr als ein Grad.
Wenn ich an die bekannte Diskussion um die langjährige weltweite Klimaerwärmung denke und die daraus offenbar resultierenden Folgen, dann ist ein Unterschied von 1 °C im Jahresmittel ein ganz erheblicher Wert, wenn es auch prima vista nicht so erscheint. Aber bitte, ich bin kein Naturwissenschaftler.

Also bitte auch keine Ausreden von wegen "hier ist's aber wärmer"
Aber definitiv! Es ist hier (Ludwigshafen/Rhein), was das winterliche Geschehen angeht, genau so, wie ich es weiter oben geschildert habe. Wenn hier einmal 3 cm Schnee auf einmal fallen (übereinander, nicht nebeneinander) verfallen unsere Kinder in reinste Verzückung und der Individualverkehr bricht restlos zusammen, angesichts dieses so seltenen Phänomens (s.o.).

Gruß
Michael
 
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