Weder aktuell noch gesamt. Basis ist zwar der momentane Verbrauch, allerdings wird der durch einen starken Tiefpassfilter geschickt. Regelmäßig wird was neu gerechnet, prinzipiell:
Letztes Ergebnis mal Filterfaktor + momentaner Wert mal 1 minus Filterfaktor = neues Ergebnis.
Der Filterfaktor ist kleiner als 1.
Beispiel: Filterfaktor: 0,9, letztes Ergebnis: 8 l/100km, momentaner Verbrauch 12 l/100km
8,0 x 0,9 + 12,0 x ( 1 - 0,9 ) = 7,2 + 1,2 = 8,3
Je näher man den Filterfaktor an 1 wählt, um so stärker wirkt der Filter. Wie stark der Faktor von Nissan gewählt worden ist weiß ich nicht, da finde ich im Internet auch nichts. Dann wird der gemessene Füllstand vom Tank durch das neue Ergebnis geteilt, das ist dann die geschätzte Restreichweite: Beispiel: 45 Liter im Tank
45 l * 100 / 8,3 l/100km = ~542 km
Anmerkungen
Meine Beschreibung ist ein Tiefpassfilter erster Ordnung, das ist die einfachste Form. Es gibt auch alle möglichen höheren Ordnungen, dann wird die Rechnung komplizierter. Welche Ordnung Nissan einsetzt weiß ich auch nicht. Ändert aber nichts am Prinzip: Basis ist eine Mischung aus Vergangenheit und Momentanwert.
Möglich wäre auch die Berechnung als gleitender Mittelwert, dafür müsste jedoch eine aufwendige Historie gespeichert werden. Dass jemand den Aufwand treibt, ist sehr unwahrscheinlich, weil das Ergebnis ist auch noch eher eine schlechtere als bessere Schätzung.
Das Prinzip gilt nicht nur für Verbrenner, sondern auch für z.B. E-Autos und E-Bikes. Nur dann mit (kilo)Wattstunden anstatt Litern. Der ePower ist natürlich wieder ein Spezialfall: Der Akku ist allerdings so klein, dass ich vermute, bei der Rechnung wird er einfach ignoriert.