18- bis 24-Jährige im Straßenverkehr: die 7 risikoreichsten Jahre
Das Erreichen der Volljährigkeit und die neu erworbene Fahrerlaubnis bedeuten mehr Freiraum und Mobilität im Leben vieler junger Menschen. Mit der aktiven Teilnahme am Straßenverkehr als Pkw- bzw. Motorradfahrer steigt allerdings auch das Unfallrisiko sprunghaft an. Geringe Erfahrungen am Steuer verbunden mit einer Überschätzung des eigenen Könnens sind häufig Ursache für schwere Unfälle der 18- bis 24-Jährigen. Die Straßenverkehrsunfallstatistik zeigt hier jährlich eine traurige Bilanz.
Überblick
18- bis 24-Jährige Verkehrsteilnehmer haben das mit Abstand höchste Unfallrisiko im Straßenverkehr. Im Jahr 2007 verunglückten in Deutschland insgesamt 87 109 junge Männer und Frauen im Alter von 18 bis unter 25 Jahren im Straßenverkehr, davon wurden 971 Personen getötet. Jeder fünfte Verletzte und Getötete gehörte damit zu diesen 7 Altersjahrgängen, obwohl nur jeder 12. der Gesamtbevölkerung (8,3%) dazu zählte.
Die besondere Gefährdung der 18- bis 24-Jährigen wird auch deutlich, wenn man die Daten auf die Einwohnerzahlen bezieht: Je 100 000 Einwohner dieser Altersgruppe verunglückten 1 279 junge Erwachsene im Straßenverkehr, dies waren mehr als doppelt so viele im Vergleich zum durchschnittlichen Wert für die Gesamtbevölkerung (530). In keiner anderen Altersgruppe war das Risiko, im Straßenverkehr zu verunglücken, derart hoch. Je 1 Mill. Einwohner wurden 143 junge Erwachsene im Straßenverkehr getötet, im Vergleich zur Gesamtbevölkerung mit 60 Getöteten je 1 Mill. Einwohner waren dies mehr als doppelt so viele.
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Insbesondere für die Abend- und Nachtstunden zeigt sich ein vom Durchschnitt abweichendes Unfallgeschehen für die 18- bis 24-jährigen Straßenverkehrsteilnehmer. In der Zeit zwischen 19 Uhr abends und 5 Uhr morgens verunglückten 30% dieser Altersgruppe, aber nur 17% der übrigen Altersgruppen. Noch gravierender ist der Unterschied bei den im Straßenverkehr Getöteten. In der Zeitspanne zwischen 19 Uhr abends und 5 Uhr morgens starben im letzten Jahr 43% der insgesamt 971 getöteten jungen Erwachsenen, während der entsprechende Anteil der übrigen Altersgruppen nur 27% betrug. An dieser unterschiedlichen Verteilung der Verunglückten- beziehungsweise Getötetenzahlen wird auch deutlich, wie folgenschwer insbesondere nächtliche Verkehrsunfälle sind.
In der Tagespresse sind nach einem Wochenende häufig Berichte über Straßenverkehrsunfälle junger Fahrer mit schwerwiegenden Folgen zu lesen. Dieses hohe Unfallrisiko junger Menschen, vor allem auch am Wochenende zeigt die nachfolgende Grafik: In den Abend- und Nachtstunden des Wochenendes, besonders freitags von 20 bis 22 Uhr und samstags von 2 bis 6 Uhr sowie sonntags zwischen 0 und 6 Uhr verunglücken sehr viele junge Leute tödlich. In diesen 12 Stunden des Wochenendes kam mehr als jeder
siebte (14%) der 971 im Jahr 2007 bei Verkehrsunfällen getöteten 18- bis 24-Jährigen ums Leben, aber nur 5,3% der Getöteten der übrigen Altersgruppen. Viele dieser nächtlichen Unfälle von jungen Erwachsenen dürften so genannte „Disco-Unfälle“ sein.
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Unfallursachen
Von den Unfallursachen, die die Polizei den jungen Pkw-Fahrern anlastete, stand die „nicht angepasste Geschwindigkeit“ an der Spitze. Nach Feststellungen der Polizei fuhr jeder fünfte der 86 172 unfallbeteiligten Pkw-Fahrer dieser Altersgruppe (21%) zu schnell. Mit weitem Abstand folgte die Unfallursache „Abstandsfehler“ (11% der Unfallbeteiligten) sowie „Vorfahrt-/Vorrangfehler“ (10% der Unfallbeteiligten). Die weiteren Unfallursachen waren „Abbiegefehler“ (6,3% der Unfallbeteiligten),
„Alkoholeinfluss" (4,6% der Unfallbeteiligten), „falsche Straßenbenutzung“ (3,8% der Unfallbeteiligten) sowie „Fehler beim Überholen“ (2,8% der Unfallbeteiligten).
Betrachtet man nur die besonders schwerwiegenden Unfälle, das sind die Unfälle mit Getöteten, so hatten in 2007 bei den 18- bis 24-Jährigen Pkw-Fahrern die Unfallursachen „nicht angepasste Geschwindigkeit“ (44% der Unfallbeteiligten), „falsche Straßenbenutzung“ (10%), „Alkoholeinfluss“ (8,1%), und „Fehler beim Überholen“ (7,9%) eine wesentlich höhere Bedeutung als bei allen Unfällen mit Personenschaden. „Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Ein- und Anfahren“ (3,8%) und „Vorfahrtsfehler“ (3,5%) waren dagegen seltener die Unfallursache.