Qashqai J12: Tankanzeige

Feuchtigkeit/Wasser hat die höhere Dichte wie ölbasierter Kraftstoff, sinkt folglich in einem Behälter unter den Kraftstoff ab und heutzutage wird der Füllstand nicht mehr mit einem Schwimmer, sondern induktiv überwacht, wie setze ich aber diese Puzzleteile nun zu einem verständlichem Bild der Fehlfunktion zusammen ?

Halbwissen nützt hier nichts. Die Überwachung erfolgt nicht induktiv (Spule, Trafo, Induktion... Dämmert's?), sondern kapazitiv, indem die Änderung der Ladungskapazität zwischen einer eingebauten Sonde und der Tankwand gemessen wird. Das Prinzip wird in der Wikipedia (hier) recht gut erklärt. Kälte und geringe getankte Menge können schon dazu führen, dass die Veränderung der inhaltlichen Menge erst langsam erkannt wird. Das bestätigen ja die gemachten Aussagen. Und die Rücksetzung des BC kann natürlich erst dann erfolgen, wenn die Tankdifferenz eine bestimmte Größe erreicht hat, was erst nach mehreren gefahrenen Kilometern der Fall ist.

Im Detail kann ich das jetzt auch nicht erklären. Aber die Logik sagt mir, dass nur die Kombination aus geringer Zutankmenge und niedriger Außentemperatur in Verbindung mit hoher Luftfeuchtigkeit (derzeit bei 95...99 %) die Ursache für das verzögerte Asprechverhalten sein können.
 
Halbwissen, Viertelwissen ist nicht schön ABER Hauptsache, man ist nicht völlig verblödelt und bleibt am Ball, soll hier aber nicht zur Diskussion führen.

Erstmal vielen Dank für deine Erklärung !

Für mich verstehe ich es kurz und stark vereinfacht so, daß einem die hochsensibelste Messtechnik nichts nützt, wenn das zu messende Medium durch Kälte und Feuchtigkeit seinen Leitwert mittelfristig andauernd zu stark verändert.
Die Tankanzeige bleibt bereit, letztendlich die Änderung nach einer gewissen Zeit zu erkennen, für den automatischen Resett kommt aber diese Erkenntniß zu spät, der automatische Resett kennt keine 2. Chance zu einem späteren Zeitpunkt.
 
Zuletzt bearbeitet:
... wenn das zu messende Medium durch Kälte und Feuchtigkeit seinen Leitwert mittelfristig andauernd zu stark verändert. ...
Ok, hier ein bisschen Physik zu Silvester.

Der Leitwert spielt schon ein Rolle, aber eine andere als hier gedacht. Damit eine kapazitive Messung des Tankinhalts funktioniert muss die Leitfähigkeit sehr gering sein (<100 μS/cm) , d.h. der Widerstand ziemlich hoch. Andernfalls misst man besser den Widerstand anstatt der Kapazität.
Luft, H2O, Öl, Benzin, Diesel sind hochohmig.

Dann wird die Kapazität gemessen, genauer gesagt die Frequenz, die ein Schwingkreis mittels dieser Kapazität erzeugt. Was sich verändert ist die Zusammensetzung des Dielektrikums des Aufbaus, die Geometrie bleibt ja unverändert.
  • Vakuum definiert den Wert 1 für die Dielektrizitätskonstante.
  • Trockene Luft hat dann 1,054
  • Benzin ~ 2,0
  • Diesel ~2,1
  • Wasser 80
Nun ist aber Luft in unseren Gefilden oft auch noch mit Luftfeuchtigkeit behaftet. Die Berechnung der daraus entstehenden Dielektrizitätskonstante ist so kompliziert, lasse ich hier weg. Nur soviel, sie wird höher und die Änderung ist so stark, dass man die Luftfeuchtigkeit damit messen kann.
Außerdem ist die Dielektrizitätskonstante leider auch noch von der Temperatur abhängig. Wasser z.B. hat bei 95°C nur noch de Wert 55. Also so einige unbekannte Faktoren: Temperatur, Wassergehalt in der Luft und im Treibstoff. Und dann schwappt das Zeug beim Fahren auch noch heftig. Deswegen ist die Anzeige sehr stark gedämpft, damit die Anzeige beim Fahren nicht Twist tanzt.

Beim Tanken ist das natürlich blöde, wenn die Anzeige erst etliche Minuten später reagiert. Deswegen ist in der Software eingebaut, dass diese Dämpfung abgeschaltet wird, wenn eine Änderung so groß ist, dass sie durchs normale Schwappen nicht mehr plausibel ist. Bedeutet aber auch, dass sie aktiv bleibt, wenn man weniger als diese Schwelle tankt. Dann dauert es gefühlt ewig, bis die Anzeige hoch kriecht.

Diese temporäre Reduzierung der Dämpfung ist aber kein Reset. Nur Geduld, keine Panik, da ist nichts defekt. Die Anzeige braucht keinen Reset, nur sehr lange. Ein Benzinmotor mit 110 kW braucht bei Vollgas so 1 Liter in rund 1½ Minuten. Wenn sich also der Füllstand schneller ändert, dann ist die Annahme "jetzt schwappt es" durchaus plausibel, entsprechend wird die Dämpfung gewählt. Man könnte auch "intelligentere" Algorithmen programmieren, aber wie oft tankt man nur einen Bruchteil des Tankvolumens?
 
Sicherlich fachlich total kompetent und mit viel Hingabe geschrieben, wer hat es aber verstanden ?
Die Fachleute untereinander mit Sicherheit, die breite Masse vermutlich tendenziell nicht.
Manchmal ist Weniger Mehr, obwohl es dann nicht mehr total kompetent ist und letztendlich ist Undankbarkeit der Welten Lohn .... oder so ähnlich 😔
Keine Kritik an dem Beitrag, aber hat man die Leute wirklich abgeholt und war es nicht das Abholen, was man letzendlich wollte ?
Jede Userin und User hier ist mit Sicherheit kompetent, mit Inkompetenz verdient man in der Regel nicht genug, um sich X-Trail, QQ und Ähnliches zu leisten, jedoch ist die Kompetenz Gott sei Dank weit gefächert, denn es nützt nichts, wenn z.b. Ärzte oder Nahrungsmittelhersteller sich perfekt mit KFZ-Technologie auskennen, denn am Ende machen Autos nicht gesund und essen kann man sie auch nicht 😂
 

Off-Topic:

Naja, war definitiv sehr technisch erklärt.
Aber auch sehr gut. 😀
Und als ich den Begriff "Dielektrizitätskonstante" gelesen hatte, erinnerte mich das sehr an meine Ausbildungszeit als die Kondensatoren erklärt wurden.
Aber ich glaube, dass hier doch sehr viel mehr Forums-Mitglieder rawacs Beitrag gut verstanden haben.
 

Off-Topic:
Die Dielektrizitätskonstante können wir Dir auch noch etwas aufdrieseln in "Epsilon 0" und "Epsilon r". 😅
Spass beseite. Auch Dir einen guten Rutsch. 🍾
Und natürlich allen "Forianern" hier auch.
 
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